Wer kennt das nicht: Da dreht man sich in einer Situation im Kreis, weil beide Optionen, die einem im Kopf sind, irgendwie nicht gut zu sein scheinen.
In meiner Praxis kommt das recht häufig vor: Ein Beispiel ist das 'geliebt werden': Wenn ich geliebt werde, ist das zwar schön, aber mache ich mich dann nicht abhängig? Andererseits ist es auch nicht schön, nicht geliebt zu werden. Oder wenn es um das Thema erfolgreich sein geht, kann das Unterbewusstsein ebenfalls widersprüchliche Signale senden: Wenn ich erfolgreich bin, bin ich ja vielleicht ein arroganter Mensch? Und wenn nicht, halten mich alle für einen Loser.
In all diesen Fällen hat man auf beide Variationen des Themas 'Stress'. Egal, welche Variante man für sich wählt, irgendwie fühlt es sich nicht gut an oder man erreicht es gar nicht, eine der Optionen wirklich durchzuziehen.
Wenn man diesen Menschen aber auf 'geliebt werden/nicht geliebt werden' 'entstresst, kann etwas ganz Spannendes passieren: Es ist ok, geliebt zu werden, macht mich aber nicht abhängig, denn ich habe die WAHL, auch nicht geliebt zu werden. Beides ist in Ordnung für mich.
Ein spannendes Beispiel aus der Praxis ist auch das Thema 'wütend sein/nicht wütend sein'. Auf jeder Fortbildung zum Thema Mitarbeiterführung oder Kommunikation heißt es, man dürfe auch einmal wütend sein, aber man muss es kontrollieren können. Wer Stress auf 'wütend sein/nicht wütend sein', kann es nicht kontrollieren - sobald aber beide Optionen in Ordnung sind, hat die Person wieder die WAHL, wie er/sie reagieren möchte - damit kann etwas ganz anderes passieren.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen