"Guten Morgen liebe Sorgen, seid Ihr auch schon alle da?!" sang vor einigen Jahren Jürgen von der Lippe. Er brachte uns damit zum Schmunzeln, nicht zuletzte, weil wir das alle recht gut kennen: Abends gehen wir mit den Gedanken an irgendwelche unschönen Dinge ins Bett und welch Wunder wachen wir morgens auch mit ihnen auf.
Was vielen Menschen schon als Normalität erscheint, muss keine solche sein. Inzwischen haben die meisten erkannt, dass wir selbst es sind, die uns so programmieren, dass dies geschieht.
Zum einen sind es unsere Gedanken, die uns ausmachen. Stellen wir uns mal vor, wir müssten von A nach B kommen. Für die Strecke gibt es zwei Möglichkeiten, dorthin zu gelangen: Über einen Trampelpfad voller Gestrüpp oder über eine dreispurige Autobahn. Welche Möglichkeit würdest Du wählen? Sicher wie ich auch die Autobahn. Vor allem, wenn Du so gern Auto fährst wie ich! :-) Es geht einfach schneller, ist bequemer als alle fünf Meter einen umgekippten Baum zur Seite zu räumen und auch sicherer als womöglich irgendwo auf dem Trampelpfad nicht mehr weiter zu kommen...
Ähnlich ist es mit unseren Gedanken: Denken wir immer in die eine Richtung (beispielsweise: "Das Leben ist total schwer, alles ist Mist und alle hacken auf mir rum..."), wird der Gedankenpfad in der Richtung immer größer bis er zur Autobahn wird. Und was macht dann der nächste Impuls? - Er geht wieder auf die Autobahn.
Das funktioniert aber nicht nur mit den negativen, sondern auch den positiven Gedanken. Leider haben wir uns so sehr angewöhnt, uns auf das Unschöne, den Mangel und die Katastrophen zu fixieren, dass bei vielen von uns diese anstrengenden Gedanken auf der Autobahn sind und die, die uns an das viele Schöne erinnern, eher einen Trampelpfad bilden.
Zum anderen haben viele von uns die Angewohnheit, abends Fernsehen zu schauen. Erst einmal nichts Dramatisches (sofern Klarheit herrscht, dass man Fernsehen nicht mit Entspannung verwechseln darf, denn das ist es definitiv nicht!!!). Aber wir machen uns das Leben unnötig schwer, wenn wir dann kurz vor dem Schlafengehen noch die Tagesthemen voller Katastrophen anschauen oder einen der allseits beliebten Krimiserien, in denen verstümmelte Leichen auf dem Seziertisch die Hauptrolle spielen. Auch wenn wir überzeugt sind, dass wir das 'vertragen' oder genügend 'abgestumpft' sind - unser Unterbewusstsein ist weder abgestumpft noch kann es solche Eindrücke gescheit verarbeiten. Und holt das dann während unseres Schlafes nach, denn nachts werden in erster Linie die Dinge verarbeitet, die kurz vor dem Schlafengehen noch geschehen sind.
Da wundert dann auch nicht, dass unser Unterbewusstsein auf Negatives eingestellt ist und dann dementsprechend morgens aufwacht...
Durchbrechen wir doch mal das Muster: Vielleicht abends einfach mal ein paar aufbauende Gespräche mit lieben Menschen führen. Und dann die Gedanken darauf trainieren, doch erst einmal den Trampelpfad zu nehmen und lieber zu denken:"Was für ein wundervoller Tag, wie gut geht es mir...". Das ist für viele anfangs schwer - klar, Trampelpfad - aber man gewöhnt sich auch daran. Und irgendwann zerfällt die alte Autobahn - wird ja nicht mehr gebraucht - und stattdessen steht eine neue, viel schönere da. Toll, oder?!
Also starte doch heute schon mal mit den neuen Gedanken - es lohnt sich!
Viel Spaß dabei wünscht EuchEure Isabell
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