Wer kennt das nicht: Menschen, die uns massiv auf den Zeiger gehen. Da reicht dann manchmal ein Blick, eine Geste oder ein Satz desjenigen um mich auf die Palme zu bringen. Eigentlich ganz normal.
Was die wenigsten Menschen sich aber bewusst machen, ist, dass uns diese anderen nur deshalb so auf den Zeiger gehen können, weil sie irgendetwas in uns antriggern: Irgendeine Eigenschaft, die wir selbst in uns auch haben und für die wir uns selbst nicht mögen. Oder sie wecken in uns den Drang, mal offen unsere Meinung zu sagen, was wir uns aber nicht zugestehen. Oder zeigen uns durch ihre Handlungen, was wir uns selbst versagen, weil wir Angst haben oder durch alte Grenzen, die wir uns gesetzt haben.
Ein Beispiel: Viele von uns sind aufgewachsen mit einem Elternteil, der uns 'klein' gehalten hat. Nicht unbedingt aus böser Absicht, sondern einfach, weil er selbst keine anderen Verhaltensweisen gelernt hat oder es für eine angemessene Erziehungsmethode hielt.
Wer so dazu erzogen wurde, 'klein' zu sein, hat oftmals sein Leben lang den Wunsch unterdrückt, auch einmal etwas größer zu denken: Rein materiell (sich einfach mal wirklich den Wunsch nach einer Weltreise zu erfüllen), geistig (vielleicht doch einfach noch mal zu studieren oder eine zweite Ausbildung anzufangen) oder spirituell (ich kann der Welt etwas bieten, ich bin wichtig in der Welt).
Treffen wir mit einem solchen Hintergrund auf einen Menschen, der beispielsweise stolz auf das ist, was er erreicht hat (materiell, geistig oder spirituell), empfinden wir diesen Menschen oft als 'Angeber' oder als unerträglichen Aufschneider. Ist er das tatsächlich? Oder sind es einfach nur wir selbst, die wir ihn so bewerten, während wir eigentlich denken möchten: So mag ich auch sein, auch ich kann der Welt und mir Größeres bieten...
>P>Wer heute auf jemanden trifft, der ihm oder ihr so richtig auf den Puffer geht: Bevor Ihr diesen Menschen (ab)wertet, denkt mal hierüber nach: Was an mir triggert diesen Mensch an? Warum reagiere ich so arg?Wer erst einmal bei sich selbst schaut, bevor er/sie andere bewertet, hat (mindestens) zwei positive Effekte: Er/Sie gibt sich selbst die Möglichkeit zum Wachstum, weil er/sie aus dem lernt, was der andere ihm/ihr zeigt. Und er/sie gibt dem anderen nicht die Möglichkeit, Kontrolle über uns zu haben - denn wer sich gedanklich ewig mit jemand anders beschäftigt, lässt sich davon kontrollieren!
In diesem Sinne wünsche ich uns allen schöne Erkenntnisse und einen wundervollen Tag! Eure Isabell
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